J. Monika Walther
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Was mache ich heute?

April 2002

Als ich auf die Welt kam und die Suche nach der Wirklichkeit begann - Familiengedächtnis, darüber beginne ich zu schreiben. Einer sagt: Als ich auf die Welt kam und einen Mann im grauen Kittel sah, wußte ich, daß ich bei armen Leuten gelandet war. Eine andere erzählt von ihrer Mutter, die in den Urwald radelt, eine Abwesende. Eine Dritte beschreibt ihre schöne Schwester, weswegen sie beschloß ein kluges kleines Mädchen, eine kluge Frau zu werden; daß sie schön ist, davon spricht sie nicht.

"Alle glücklichen Familien ähneln einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Art unglücklich." Das ist der erste Satz aus Anna Karenina.

Auf Familienfotos ist viel vom Unglück und Glück der Familien zu sehen. Es gibt ein Bild- und Körpersprache: es gibt ein Bild- und Körpergedächntnis. Familienfotos, was zeigen sie, was richten sie an, was wollen sie erinnert wissen, was verraten sie?

Aby Warburg, der Begründer der "Kulturwissenschaftlichen Bibliothek" hat sich bemüht das Bildgedächntnis der europäischen Kunstgeschichte zu entziffern: Welche Erinnerungsarbeit ereignet sich in Bildern, welche Erfahrungen sehen wir? Die im Bild, auch in der Fotografie dargestellte, eingenommene Haltung, Gebärde ist eine symbolische Form, deren Eedeutung sich nur über die Erinnerung der darin aktualisierten Form und Erfahrung erschließt.

Die verschwiegenen Erinnerungen sind in den Erzählungen und Fotos nicht wieder zu finden, nicht auf den ersten Blick und nicht beim ersten Hinhören. Ich bin ziemlich bang, ob mir das Schreiben gelingt.

Was tue ich noch? Mich freuen, daß niederländische Sender gerne mit dem Team Peusch und Walther zusammenarbeiten.

Was tue ich noch? Das verrate ich heute nicht.

Aber das las ich noch: Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren....schrieb Adorno.