J. Monika Walther
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Was mache ich heute?

März 2002

Heute muß der Held über den Berg, aber weder weiss ich, wo der Berg liegt, noch wie hoch er ist, noch was der Held sehen wird, wenn er den Berg erklommen haben wird - noch habe ich eine Ahnung, was ein Held ist. Ist es der Herr Plum, der nach Hause geht, weil er genug von der Welt hat, der auch keinen Stuhl für das Glück vor die Tür stellt, sondern still dasitzt und Unmoralisches sich herbeisehnt? Es darf nur nicht zu kompliziert sein. Oder ist es Orfeus, der sich freut, daß seine Euridice in der Hölle ist und er seine Arie singen darf - voller Sehnsucht nach Euridice? Oder sind doch alle Feuerwehrsmänner dieser Erde die wahren Helden? Ich werde es herausfinden müssen.

Vielleicht ist das der Anfang:

Als Gott die Menschen erschuf und alle Rollen verteilt waren, entdeckte er am Ende des siebten Tages einen kleinen rothaarigen Mann, der nicht aussah als taugte er für irgend etwas mit seiner Stupsnase und Sommersprossen. Der kleine Mann stand in der Ecke und wartete. Da sagte Gott zu ihm: Wie ein Erlöser siehst du nicht gerade aus, was mache ich nur mit dir?

Alle Rollen sind schon verteilt? Keine ist mehr unbesetzt? fragte der kleine Mann. Könnte ich nicht ein Held sein? Ja, das wünsche ich mir.

Da lachte Gott, schlug dem kleinen Mann auf die Schulter und sagte: Gut, du bist mein Mann fürs Grobe.

Und was mache ich heute noch?

Klavier üben und zuschauen wie die Tulpen langsam, langsam sich entfalten. Heute ist Donnerstag und morgen mache ich etwas anderes. Aber welcher Donnerstag ist heute? Wer sagt es mir?